Seit Jahren besitzen mein Mann und ich eine kleine Wohnung direkt in Antalya und haben dort so viel Zeit wie möglich verbracht. Durch einige gesundheitliche Probleme wurde ich berufsunfähig und erhalte seitdem eine kleine Rente. Wir überlegten noch einige Zeit, doch dann fällten wir die Entscheidung Deutschland zu verlassen und den Rest unseres Lebens in der türkischen Metropole zu verbringen. Wir veräußerten unsere Immobilie im Herzen des Ruhrgebiets, trennten uns von unserem Wagen und fanden nach eingehender Suche ein zuverlässiges Umzugsunternehmen, dass sich auf internationale Umzüge spezialisiert hat. Noch in Deutschland machten wir uns auf den Weg in das türkische Konsulat nach Düsseldorf. Durch Vorlage des Rentenbescheids und einer Kopie des Tapu (Eigentumsnachweis in der Türkei) bekamen wir einen Visum-Vermerk in unsere Reisepässe mit dem Hinweis, dass wir innerhalb der ersten 4 Wochen nach Einreise bei der Ausländerpolizei vorstellig werden sollten. Der eigentliche Umzug verlief durch das beauftragte Unternehmen sehr angenehm, da unser Gut von den Mitarbeitern dieser Firma verpackt und aufgeladen wurde. Der Flug war gebucht und in Antalya wartete unsere gemütliche kleine Wohnung auf uns. Der Abschied von Freunden und Familie verlief mit gemischten Gefühlen, jedoch die Ankunft wurde uns mit einer großen Party von unseren Freunden versüßt.
Kurz nach der Ankunft wurden wir bei den Behörden vorstellig und das ist in der Türkei mitunter schon ein mühseliges Unterfangen. Wir benötigten für den dauerhaften Aufenthalt nun sogenannte Ikamets. Das sind kleine blaue Pässe, die man als Ausländer in der Türkei braucht, wenn man als Bundesbürger länger als 3 Monate bleiben möchte. Eine unbeschränkte Aufenthaltsgenehmigung wird nicht erteilt, aber bei geregelten Unterlagen kann das Ikamet direkt auf 5 Jahre ausgestellt werden. Dies ging in unserem Fall nicht, da unsere Reisepässe nur noch eine Gültigkeit von 3 Jahren auswiesen und somit erhielten wir auch nur für den gleichen Zeitraum die Aufenthaltsgenehmigung. Die Rentenbescheide haben den Mitarbeiter vor Ort nicht interessiert und es wurde eine Bestätigung einer türkischen Bank (Kontoauszug) verlangt, die belegte, dass wir über mindestens 30.000 $ Bargeld verfügen und somit auf keinen Fall der türkischen Republik zur Last fallen würden. Auch die Heiratsurkunde wurde vorgelegt, da ansonsten jeder eine eigene Bankbestätigung benötigt hätte. Bezahlen kann man die jeweiligen Gebühren in der örtlichen Kasse nur, wenn man bereits über eine Vergi-Nummer (türkische Steuernummer) verfügt. Wir waren froh, dass wir damit schon durch den Immobilienkauf ausgerüstet waren, da ansonsten eine Banküberweisung erforderlich geworden wäre und dies zu erneuten Zeit- und Laufaufwendungen geführt hätte.
Am vereinbarten Abholtermin waren leider mein Antrag (nebst der dazugehörigen 4 Passbilder) verschwunden und wir wurden nochmals vertröstet. Zwei Tage später wurden sie jedoch wieder aufgefunden und wir konnten die begehrten Ikamets in Empfang nehmen. Insofern haben wir diesbezüglich nun einige Jahre Ruhe. Ein weiteres Problem für Ausländer ist die Fahrzeugzulassung. Es empfiehlt sich ein Fahrzeug über einen befreundeten Türken zuzulassen. Ausländer bekommen für ihre Fahrzeuge extra Nummernschilder und die Fahrzeuge dürfen nicht von Türken gefahren werden. Auch ein späterer Verkauf ist deutlich erschwert. Zudem muss das Auto auf einem kostenpflichtigen Zollparkplatz abgestellt werden, wenn man das Land verlässt. Wir haben Glück und eine ehemalige Schulfreundin von mir, hat den Wagen auf ihren Namen gekauft und angemeldet. Somit sind wir ohne sonderliche Probleme mobil. Wir leben nun schon über ein Jahr dauerhaft in Antalya und genießen den Luxus an einem Ort leben zu dürfen, an dem die meisten Deutschen nur Urlaub machen können. Dennoch sind wir mit Sicherheit keine Exoten an der türkischen Riviera. In unserem Bekanntenkreis vor Ort befinden sich viele Deutsche, die dauerhaft in und um Antalya leben. Einige haben Firmen gegründet oder sind mit einem türkischen Partner verheiratet. Gemeinsam ist uns die Liebe zur Türkei.