Gegenstände
Türken lieben es, sich gemütlich einzurichten. Kein Gegenstand kann ihnen weich genug sein. Lampen schaffen eine angenehme Atmosphäre, die zum Kuscheln einlädt. Dazu gibt es in der Türkei gewisse Gegenstände, die das ermöglichen: Ein Diwan ist das türkische Sofa. Es zeichnet sich durch einen hohen Komfort aus und wird auch gelegentlich zum Schlafen genutzt. Am ehesten könnte es mit einem Sessel oder einem Schlafsofa verglichen werden. Exklusive Teppiche zieren Boden und Wände. Orientalische Kunst war damals hochentwickelt und ein echter Perser kann ein halbes Vermögen kosten. Kein Wunder, wenn die Türken ohne Teppich gar nicht mehr leben können. Sogar beim Gebet wird ein kleines Exemplar ausgespannt und für eine Predigt genutzt. In Europa sind orientalische Teppiche heiß begehrt. Sie sind oft von Hand gemacht und kosten deshalb gleich deutlich mehr. In Deutschland kann solche Kunst gar nicht angeboten werden, da die Materialien teilweise überhaupt nicht vorhanden sind.
Persönliche Erinnerungsstücke zieren die Wände von Türken. Dabei kann es sich auch um Waffen handeln. Gefährliche Dolche und blutrünstige Messer finden ihren richtigen Platz. Diese Gegenstände sollen Eindruck machen und einer Wohnung Individualität verleihen. Es sind bei der Einrichtung keine Grenzen gesetzt, alles wird verwendet.
Bevorzugter Stil
Die Türken mögen es kitschig. Ist an diesem alten Klischee etwas dran? Auf alle Fälle! Denn sie verzieren ihre Wohnung gerne mit einer Lichterkette und lieben grelle Farben. Wie bereits schon oben erwähnt, schmücken persönliche Gegenstände die Wände und bieten dem Besucher ein interessantes Bild. Es gibt viel zu erkunden, denn kein Zimmer sieht wie ein anderes aus. Während in Deutschland viel auf Stil oder Klasse geachtet wird, definieren die Türken diesen Begriff anders. Eine Wohnung muss gemütlich sein und Ausstrahlung haben. Wenn die Zimmer komplett leer wären, würde sich ein Türke darin überhaupt nicht wohl fühlen. Ihm würde der persönliche Bezug fehlen und das Zimmer wirkt eher wie ein Krankenhausraum auf ihn.
Kommoden schmücken den Raum und ermöglichen es, Gegenstände darin aufzubewahren. In der Türkei sind Raucherzimmer sehr beliebt. Sie werden gelegentlich auch als Herrenzimmer bezeichnet. Darin ist es unter Männern üblich zu rauchen. Jeder kennt wohl die berühmte Shisha. Die Wasserpfeife verbreitet viel Dunst und hat einen einzigartigen Geschmack. Denn je nach Bedarf gibt es auch exotische Gaumenfreuden wie Apfel, Banane oder Kiwi. Die Osmanen waren ein Volk voller Traditionen, die sie auch in ihren Zimmern lebten. Doch am beliebtesten dürften in heutiger Zeit die exklusiven Perserteppiche sein. Mit ihnen schmückte sich jeder echte Türke gerne. Sie waren im arabischen Raum weit verbreitet.
Kontrast zur europäischen Einrichtung
In Deutschland lieben es die Menschen eher spartanisch. Eine Wohnung wird gerne leer gehalten, damit möglichst viel Platz vorhanden ist. Zuletzt kamen teure Designerwohnungen immer mehr in Mode. Diese beherbergen nur wenige Gegenstände, die jedoch ein ausgefallenes Design haben. Schuhregale erinnern stark an die Zukunft und leben von grellen Farben. Natürlich kosten solche Gegenstände ein halbes Vermögen. Ein Türke würde sich in einem solchen Zimmer niemals wohl fühlen. Denn nichts erinnert an der Besitzer selbst. Eine deutsche Wohnung ist oft teuer eingerichtet und in dunklen Farben gehalten. Es würde niemals ein Teppich an der Wand hängen, das passt einfach nicht zum Stil. Ganz anders bei den Türken. Man könnte meinen, alles wäre willkürlich zusammengestellt. Doch jeder Gegenstand hat seine Ordnung. Da die Deutschen ein pazifistisches Volk sind, werden Waffen lieber in einem Schrank versteckt. Die Türken protzen lieber mit solchen Gegenständen und legen sie frei aus. Es gehört zum Nationalstolz, seine Stärke zu zeigen. Wer ein Raubtier mit einem Messer erledigt hat, muss es auf seiner Wand aufhängen. Ein Deutscher könnte damit nicht angeben, er würde eher Ärger von der Tierschutzbehörde bekommen. So sehen Kulturunterschiede aus.