Tradition und Moderne
Wer von der Türkei hört, denkt in erster Linie an ein rückschrittliches Land, das in alten Traditionen und religiösen Zwängen gefangen ist. Es kommt eine ängstliche Stimmung auf und als Reiseziel taugen dann nur Hotels in Strandnähe. Doch dem ist nicht so, es gibt leider viele Vorurteile über diese Nation.
Türken sind herzhafte Menschen, die definitiv Wert auf Traditionen legen, doch gegenseitiger Respekt ist wichtiger. Wer ihnen mit Achtung entgegentritt, braucht nichts zu befürchten. So ist es dort nicht üblich, Frauen über eine Partnervermittlung kennenzulernen. In Dörfern erfolgt der Erstkontakt durch eine Arrangement der Eltern, die Städte sind da moderner gestrickt. Wer von der Türkei spricht, darf Städte nicht mit Dörfern vergleichen. Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht, Menschen denken und leben in unterschiedlichen Regionen komplett anders. Ein Urlauber darf nicht unnötig provozieren. So sollte eine Frau in einem traditionellen Dorf nicht in einem Minirock auftauchen, das widerspricht den religiösen Ansichten. Zudem darf ein Mann nicht willkürlich mit jeder Frau flirten, sie könnte schon einem anderen versprochen sein. In Städten sieht die Welt anders aus, Clubs bieten eine lockere Atmosphäre und erlauben heiße Tänze. Wer sich seiner Umgebung weitsichtig anpasst, wird einen unvergesslichen Urlaub erleben.
Land der Kontraste
Die Türkei ist ein Land mit verschiedenen Gesichtern. Istanbul ist eine moderne westliche Stadt, die über weniger Dönerbuden als Berlin verfügt. Es ist ein Vorurteil, dass sich Türken nur von dieser Speise ernähren würden. Der Döner würde in Berlin erfunden, das bekannterweise nicht in Asien liegt. In westlichen Teil können wilde Partys gefeiert werden und es gibt Ausstellungen zu moderner Kunst. Frauen sind ohne Kopftuch unterwegs und tragen gewagte Outfits. Auf dem Land sieht das Bild komplett anders aus. Feste werden mit Traditionen verknüpft und dementsprechend gefeiert. Sie sucht ihn sich nicht aus, denn das erledigen die Eltern. Für Außenstehende sind Feten nicht zugänglich, außer es bestehen verwandtschaftliche Verhältnisse. Ein Tourist sollte sich zu seiner eigenen Sicherheit lieber in der Region um Istanbul aufhalten, da die Städte dort europäischem Standard entsprechen. Östliche Regionen sind von Krieg und Hunger geprägt, wie die Freiheitskämpfe von Kurden in Medien oftmals bestätigen.
Wer lieber entspannen will, sollte sich ein Hotel am Strand buchen. Umgeben von anderen Urlaubern, kann nichts schief gehen. Es gibt im Normalfall keinen Kontakt zu Einheimischen und so spielt Religion keine große Rolle, allerdings müssen Gesetze beachtet werden. Geschlechtsverkehr mit Minderjährigen wird sehr hart bestraft und türkische Gefängnisse sind nicht gerade für Luxus bekannt. Bei der Wahl des Hotels sollte auf keinen Fall gespart werden, ansonsten kann der Traumurlaub schnell zum Horrortrip werden. Viele Hotels bieten ihren Gästen schlechte sanitäre Anlagen an und ein Klo sieht oft anders als in Deutschland aus. Deshalb darf das Finanzielle nicht am falschen Ende gekürzt werden, die Erinnerungen an den Urlaub werden es danken.
Altes neu erleben
Durch ihre große Vergangenheit hat die Türkei für Urlauber viel zu bieten. Historiker und Touristen die sich für alte Kulturen interessieren, kommen voll auf ihre Kosten. Es gibt viele Burgen der Kreuzritter und Osmanen, die ihren Ursprung in der wechselhaften Zugehörigkeit des Landes haben. So gehörte die Gegend um Istanbul dem Oströmischen Reich an, das einen christlichen Glauben hatte. Die ehemalige Hauptstadt wurde auch von einem überzeugten Christen gegründet, nämlich Konstantin dem Großen.
Aus der Antike sind viele Tempel erhalten, auf Flohmärkten können alte Münzen erworben werden. Dies sollte nicht übertrieben werden, da ansonsten am Zoll Steuern fällig werden. Besonders beliebte Urlaubsorte finden sich im Westen des Landes. Antike Städte wie Troja, Perge und Ephesos laden zu einem Tagesausflug ein. Die Ägäis bietet eine Vielzahl an Inseln und traumhafte Sandstrände, die zum ausgiebigen Entspannen einladen.